geburt

Welche Geburtsarten gibt es?

Heutzutage gibt es viele verschiedene Methoden für werdende Mütter, ihr Kind zu gebären. Sollte es nicht zu Schwierigkeiten bei der Entbindung kommen, hast du vollkommen freie Wahl. Viele Mütter haben Angst vor der Geburt. Je selbstbestimmter deine Geburt abläuft, desto entspannter wirst du auch an diese herantreten.

Hausgeburt, Geburtshaus oder doch lieber Klinik?

Viele Frauen möchten ihr Kind in ihrer vertrauten Umgebung zur Welt bringen. Eine Hausgeburt betreuen jedoch nur deine Hebamme und Familienhelfer/in. Da kein Arzt bei möglichen Komplikationen anwesend ist, entscheiden sich fast alle Frauen gegen diese Variante. Eine ähnliche Situation ergibt sich beim Geburtshaus, eine unabhängige Einrichtung, die von Hebammen geleitet wird. Jedoch ist hier meistens eine Klinik mitangeschlossen.
Die sicherste Option ist daher die Wahl der Klinik, da dir hier die gesamte Krankenhausversorgung (notfallmedizinische Versorgung, Schmerzbehandlung, etc.) zuteilwerden kann. Erkundige dich vorher, ob dir die Einrichtung und Betreuung der Klinik zusagt und ob das Krankenhaus eine Neugeborenen-Intensivstation besitzt, so dass dein Baby im Notfall nicht in eine andere Klinik verlegt werden muss. Prinzipiell ist ein Krankenhaus in deiner Nähe am besten. Wenn es dir wichtig ist, deine persönliche Hebamme bei der Geburt dabei zu haben, solltest du dir diesbezüglich vorher Informationen einholen.
Eine Alternative wäre die ambulante Geburt. Hier gebärst du dein Baby unter medizinischer Versorgung in der Klinik und kannst kurze Zeit darauf (meistens am selben Tag) wieder nach Hause gehen.

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Erstes Anzeichen: Wehen

Da Babys in den meisten Fällen nicht zum errechneten Geburtstermin geboren werden, ist es hilfreich die ersten Anzeichen zu erkennen. Ab der 20. Schwangerschaftswoche beginnt sich dein Uterus auf den Geburtsvorgang vorzubereiten. Das Ziehen im Bauch oder ein Spannungsgefühl sind Zeichen dafür, dass sich die glatte Muskulatur deiner Gebärmutter zusammenzieht und wieder entspannt. In der Medizin wird das als Kontraktion oder Wehe bezeichnet.
Die sogenannten ersten Übergangswehen treten regelmäßig alle paar Stunden (1-3 x pro Stunde) auf. Mit zunehmendem Schwangerschaftsverlauf häufen und verstärken sich diese Kontraktionen. Die Übergangswehen gehen in sogenannte Senk- oder Vorwehen über. Diese sind dafür verantwortlich, dass Gebärmutter und Baby tiefer in dein Becken rutschen. Der Kopf deines Babys rückt circa ab der 36. Schwangerschaftswoche Stück für Stück Richtung Geburtskanal.
Wenn die Eröffnungswehen schließlich einsetzen, beginnt sich dein Muttermund bis zu zehn Zentimeter zu öffnen. Bei 2/3 aller Frauen platzt in diesem Moment auch die Fruchtblase und dein Baby rutscht noch tiefer in dein Becken. Die Wehen kommen in immer kürzeren Abständen, treten stärker und länger auf. Du wirst ein starkes, schmerzhaftes Ziehen in deinem Unterleib verspüren (ähnlich den Krämpfen während deiner Periode), welches in Bauch, Beine und Rücken ausstrahlen kann. Je kürzer die einzelnen Pausen zwischen den Intervallen werden, desto näher rückt der Geburtstermin. Wenn dein Muttermund vollständig geöffnet ist, fangen die Austreibungswehen an: Dein Uterus zieht sich nun im Minutentakt zusammen. Der Druck auf deine Gebärmutter wächst mehr und mehr: Die sogenannten finalen Presswehen bringen dann schließlich dein Baby zur Welt.

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Liegen, Stehen, Sitzen: Bekannteste Geburtsarten

Und dies kannst du auf ganz unterschiedliche Geburtsarten tun. Wir stellen dir hier die bekanntesten vor, vom Entbindungsbett bis zur Saugglocke. Es kann durchaus sein, dass es zu Kombinationen der verschiedenen Positionen kommen kann.
Entbindungsbett/Geburt im Liegen: Diese klassische Entbindung findet im Sitzen oder Liegen im Bett statt. Die verstellbare Rückenlehne ermöglicht unterschiedliche Positionen. Dabei soll die Seitenlage für eine Geburt besonders ideal sein. Die werdende Mutter kann sich in der liegenden Position ausruhen und Kräfte sammeln, jedoch ist diese Geburt aufgrund der fehlenden Schwerkraft anstrengender als andere Geburtsarten.
Geburt in der Hocke/Gebärstuhl: Da du dich mit den Füßen hältst, ist ein situationsangepasstes Stabilisieren deines Körpers möglich, das auch deinem Becken mehr Mobilität verleiht. So kann auch deine Beckenbodenmuskulatur in ihrer Dehnkapazität maximal zum Einsatz kommen. Da diese Art von Geburt sehr anstrengend ist, weichen manche auf den Hocker mit Loch für das Baby aus. Beim Gebärstuhl arbeitet die Schwerkraft für dich. Auf einem solchen Stuhl zu Gebären ist weniger anstrengend als im Entbindungsbett, da die Pressarbeit erleichtert wird. Zum Einsatz kommt diese Geburtsart häufig dann, wenn die Mutter keine Kraft mehr hat. Vorteil bei beiden Varianten ist, dass dein Partner hierbei mitarbeiten und dich während der Geburt voll unterstützen kann.
Geburt im Stehen: Bei einer Geburt im Stehen wirst du die Wehen aufgrund der aufrechten Haltung leichter „veratmen“ können. Auch hier wird der Geburtsvorgang durch die Schwerkraft unterstützt. Die Wehen sind wesentlich effektiver und beschleunigen die Geburt durch den Druck auf die Gebärmutter. Du und dein Baby werden bei dieser Geburtsart von Arzt und Hebamme gestützt, so hast du mehr Kraft zum Pressen. Oftmals kommen auch Sprossenwand, Leinen und Tücher zum Einsatz, an denen du dich hängen lassen kannst. Dies ist besonders entlastend für deinen Rücken.
Wassergeburt: Bei der Wassergeburt kommt das Kind in einer Geburtswanne unter Wasser zu Welt, das Baby ist durch die Nabelschnur mit Sauerstoff versorgt. Das warme Wasser regt nicht nur die Wehen an, sondern wirkt auch entkrampfend und schmerzlindernd. Diese Geburt kannst du besonders autonom durchführen, da äußere Eingriffe auf dein Becken durch andere reduziert sind.
Vierfüßlerstand: Der Vierfüßlerstand zählt wie das Liegen zu den waagrechten Geburtsarten. Hierbei befindest du dich auf Knie und Ellenbogen. In dieser Stellung wird dir die Atmung leichter fallen als bei anderen Positionen. Auch ist der Vierfüßlerstand rückenschonender.
Pezziball: Der Pezziball kommt meist vor anderen Geburtspositionen zum Einsatz. Hier nimmt die werdende Mutter mit gespreizten Beinen auf einem Gymnastikball Platz. In jedem Fall brauchst du dabei eine Person, die dich von hinten stützt und stabilisiert, meistens ist diese Person der Partner.
Zangengeburt/Saugglocke: Die Zangengeburt kommt dann zum Einsatz, wenn das Baby bereits tief sitzt und die schwangere Frau nicht ausreichend pressen kann. Für die Zange ist ein Dammschnitt erforderlich. Dieses Hilfsmittel kommt jedoch nur unter Betäubung zum Einsatz. Öfters als die Zange wird die Saugglocke verwendet. Mithilfe der Saugglocke, die sich am Kopf des Babys festsaugt, wird das Kind während der Wehen herausgezogen.
Peridualanästhesie (PDA): Bei der Peridualanästhesie, kurz PDA genannt, werden die Rückenmarksnerven mithilfe einer Spritze betäubt. So wirst du bei diesem Verfahren keine intensiven Schmerzen mehr spüren, bist aber trotzdem wach, kannst pressen und die Geburt deines Babys aktiv miterleben. Es gibt jedoch Risiken, über die du dich vorher gründlich informieren solltest.
Kaiserschnitt: Der Kaiserschnitt zählt zu den wenigen operativen Eingriffen, bei welchem ein Unterbauch-Querschnitt vorgenommen und das Baby aus der Gebärmutter herausgeholt wird. Dieser Eingriff kann entweder mit einer Peridualanästhesie oder unter Vollnarkose stattfinden. Wie bei allen Operationen besteht auch hier ein Rest-Risiko. Dennoch ist der Kaiserschnitt eine der am meisten vorgenommenen Geburtsmethoden.

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Richtige Entscheidung

Es gibt weitaus mehr Möglichkeiten, ein Kind zu gebären, als die hier aufgelisteten. Nimm dir vor der Geburt ausreichend Zeit zum Überlegen. Im Gespräch mit deinem Arzt oder deiner Hebamme werden sich deine Favoriten herauskristallisieren. Lass dich nicht zu stark von äußeren Meinungen oder Ratschlägen beeinflussen und entscheide für dich selbst, welche Geburtsart für dich am besten ist.

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