Untersuchungen in der Schwangerschaft

In den Mutterschaftsrichtlinien ist festgelegt, welche Untersuchungen in der Schwangerschaft erfolgen sollen. Es besteht gesetzlicher Anspruch auf ausreichende medizinische Untersuchung und Beratung. Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen bzw. von den Privatkrankenkassen übernommen. Solltest du Sozialhilfeleistungen beziehen, so übernimmt das Sozialamt die Kosten der Schwangerenvorsorge.

Die Untersuchungsergebnisse und andere wichtige Informationen wie Erkrankungen, der berechnete Geburtstermin, Krankenhausaufenthalte und Angaben zur Geburt und dem Neugeborenen werden im Mutterpass dokumentiert. Du solltest den Mutterpass während der Schwangerschaft immer bei dir tragen und bei jeder Vorsorgeuntersuchung vorlegen.

 

 

Die Erstuntersuchung

Bleibt deine Regelblutung aus oder zeigt dein Schwangerschaftstest ein positives Ergebnis an, solltest du dich an deinen Frauenarzt oder an eine Hebamme wenden. Bestätigt sich die Schwangerschaft, wird die Erstuntersuchung durchgeführt. Zusätzlich zum Gesundheitscheck einer normalen Vorsorge stehen bei diesem Termin folgende Untersuchungen an:

Bestimmung des errechneten Geburtstermins (ET)

Der Geburtstermin wird anhand des ersten Tages deiner letzten Periode und deiner Zykluslänge errechnet. Außerdem wird die Größe des Embryos per Ultraschall gemessen und der errechnete Termin gegebenenfalls angepasst.

Bestimmung der Blutgruppe und des Rhesusfaktors

Die Bestimmung deiner Blutgruppe und deines Rhesusfaktors dient der Information des Arztes im Notfall. Darüber hinaus ist die Bestimmung des Rhesusfaktors notwendig, um einer etwaigen Unverträglichkeit zwischen dir und deinem Kind vorbeugen zu können. Solltest du rhesusnegativ sein, erhältst du zwischen der 24. und der 27. Schwangerschaftswoche nach dem zweiten Antikörper-Suchtest eine Anti-D-Prophylaxe. Diese verhindert, dass du Antikörper gegen dein Kind entwickelst, falls dieses rhesuspositiv ist.

Antikörper-Suchtest

Bei diesem Test wird dein Blut auf irreguläre Antikörper getestet, um eine Rhesusunverträglichkeit und andere Blutgruppenunverträglichkeiten auszuschließen. Der Test wir zwischen der 24. Und der 27. Schwangerschaftswoche wiederholt.

Nachweis von Chlamydia trachomatis-Antigen

Eine bestehende Chlamydieninfektion kann in der Frühschwangerschaft zu einer Fehlgeburt führen oder unter der Geburt auf dein Kind übertragen werden. Daher ist es wichtig, diese Infektion auszuschließen. Der Test erfolgt anhand einer Urinprobe.

Röteln-Antikörpertest (HAH – Hämagglutinationshemmtest)

Mit Hilfe des Röteln-Antikörpertests kann festgestellt werden, ob eine akute Röteln-Infektion vorliegt, oder ob du eine ausreichende Immunität besitzt. Immunität besteht, wenn du bereits Röteln hattest oder dagegen geimpft bist (ab Titer ≥ 1:16). Sollte keine Immunität vorliegen, solltest du dich unbedingt im Wochenbett gegen Röteln impfen lassen. Eine Infektion mit dem Virus in der Schwangerschaft ist dringend zu vermeiden, da diese zu schweren Schädigungen bei deinem Kind führen kann.

LSR-Test (Lues-Such-Reaktion)

Mithilfe der Lues-Such-Reaktion wird getestet, ob sich Syphilis-Erreger im Blut befinden. Der Erreger (Treponema pallidum) dieser Geschlechtskrankheit kann in der Schwangerschaft auf das Kind übertragen werden und schwere Schäden verursachen. Daher ist es wichtig, die Krankheit frühzeitig zu diagnostizieren und zu behandeln.

HIV-Test

Das HI-Virus (Humanes Immundefizienz-Virus) ist der Erreger, der die Krankheit AIDS verursacht. Dieses Virus kann bei der Geburt von der Mutter auf das Kind übertragen werden. Durch eine medizinische Therapie in der Schwangerschaft kann die Viruslast im Blut drastisch gesenkt werden, sodass eine Ansteckung des Kindes vermieden werden kann. Der Test erfolgt auf freiwilliger Basis nach vorangegangenem Beratungsgespräch. Die Kosten für den Test übernimmt die Krankenkasse.

nach oben

 

Die Vorsorgeuntersuchungen

Die Vorsorgeuntersuchungen finden anfangs alle vier, ab der 32. Schwangerschaftswoche (SSW 32) alle zwei Wochen statt. Solltest du berufstätig sein, muss dein Arbeitgeber dich für sämtliche Vorsorgeuntersuchungen von der Arbeit freistellen, ohne dass dir dadurch ein Verdienstausfall entsteht.
Bei einer Vorsorgeuntersuchung werden folgende Untersuchungen durchgeführt:

Gewichtsmessung

Die Empfehlungen zur Gewichtszunahme in der Schwangerschaft orientieren sich am Ausgangsgewicht bzw. am Body-Mass-Index vor der Schwangerschaft (BMI = Gewicht in Kilogramm im Verhältnis zu Größe in Metern im Quadrat). Je weniger du vor der Schwangerschaft gewogen hast, desto mehr solltest du in der Schwangerschaft an Gewicht zunehmen. Folgende Gewichtszunahmen werden empfohlen:

BMI Rechner

BMI Calculator

Imperial

  

Metric

ft
in
lbs

Powered by Easy BMI Calculator

Blutdruckmessung

Am Anfang der Schwangerschaft sinkt dein Blutdruck aufgrund der hormonell bedingten Weitstellung deiner Blutgefäße. Es kann sein, dass du häufig müde bist, dich schlapp fühlst und dir schnell schwindelig wird, vor allem nach zu schnellem Aufstehen. Im zweiten Schwangerschaftsdrittel normalisiert sich dein Blutdruck wieder und die Symptome verschwinden in der Regel. Da sowohl ein zu niedriger Blutdruck, als auch ein zu hoher Blutdruck dir und deinem Kind schaden können, wird der Blutdruck bei jeder Vorsorgeuntersuchung gemessen. Er sollte über 90/70 und unter 140/90 mmHg betragen.

Untersuchung des Urins

Der Urin wird auf Eiweiß, Zucker, Nitrit und Leukozyten untersucht. Veränderungen im Urin können Anzeichen für eine Gestose, Schwangerschaftsdiabetes und Harnwegsinfekte sein.

Bestimmung des Hämoglobingehaltes

Das Hämoglobin ist für den Sauerstofftransport im Blut zuständig. Um eine ausreichende Sauerstoffversorgung des Kindes zu gewährleisten, sollte der Hämoglobinwert über 12 g/dl liegen. Außerdem lässt der Hämoglobinwert Rückschlüsse auf den Eisenspeicher zu. Es ist normal, dass der Wert während der Schwangerschaft sinkt. Abhängig von Ausgangswert und Verlauf kann eine Substitution erforderlich sein. Daher wird der Hämoglobingehalt deines Blutes ab dem 6. Monat bei jeder Vorsorgeuntersuchung bestimmt. Falls der Wert bei der Erstuntersuchung zu niedrig war, wird er bereits früher kontrolliert.

Abtasten des Bauches zur Feststellung der Lage des Kindes und des Höhenstandes der Gebärmutter (Fundusstand)

Mit Hilfe der sogenannten Leopold-Handgriffe wird von außen die Lage des Kindes bestimmt. Außerdem wird die Größe der Gebärmutter ermittelt, was auf das Wachstum deines Babys Rückschlüsse zulässt.

Bestimmung der Kindslage per Ultraschall

Die Bestimmung der Kindslage ist bei jeder Untersuchung vorgesehen. Während sich um die 24. Schwangerschaftswoche erst ein Drittel der Kinder in Schädellage befinden, sind es um den errechneten Termin ca. 95% aller Kinder.

Kontrolle der Herztöne des Kindes

Ab der 20. Schwangerschaftswoche werden die Herztöne deines Babys mit Hilfe eines Doptons kontrolliert. Eine Cardiotokographie (CTG), eine Untersuchung, bei der die Herztöne des Kindes und die Aktivität der Gebärmutter aufgezeichnet werden, ist bei normal verlaufenden Schwangerschaften erst ab dem errechneten Geburtstermin erforderlich.

Vaginale Untersuchung

Bei der vaginalen Untersuchung wird der Zustand des Gebärmutterhalses und des Muttermundes bezüglich Länge, Festigkeit und Stand beurteilt. Außerdem wird der pH-Wert des Scheidensekrets gemessen und das Sekret ggf. unter dem Mikroskop beurteilt um eine vaginale Infektion auszuschließen. Vaginale Infektionen können die Ursache für für eine Fehl- oder Frühgeburt sein. Daher ist es unerlässlich, diese frühzeitig zu behandeln.

Antikörpersuchtest-Kontrolle

In der 24. bis 27. Schwangerschaftswoche wird ein erneuter Antikörpersuchtest durchgeführt. Werden bei rhesusnegativen Schwangeren keine Antikörper festgestellt, erhalten diese eine Anti-D-Prophylaxe, um das Kind vor einem Immunangriff durch das mütterliche Blut zu schützen.

Untersuchung auf Hepatitis B

Zwischen der 32. und der 36. SSW wird dein Blut auf das sogenannte Hepatitis-B-Oberflächen-Antigen (HBs-AG) untersucht. Wird das Antigen nachgewiesen, muss das Kind unmittelbar nach der Geburt geimpft werden, um eine Infektion zu verhindern.

nach oben

 

Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL)

Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) sind Leistungen, die nicht von den Krankenkassen übernommen werden. Möchtest du eine Untersuchung vornehmen lassen, die nicht in den Mutterschafts-Richtlinien empfohlen wird, musst du diese selber bezahlen. Nach Einschätzung des Gemeinsamen Bundesausschusses von Ärzten und Krankenkassen sind diese Untersuchungen nicht in jedem Fall medizinisch notwendig. Im Einzelfall kann es jedoch sinnvoll sein, einen oder mehrere der folgenden Tests durchzuführen:

Toxoplasmose

Die Krankheit ist für einen gesunden erwachsenen Menschen in der Regel ungefährlich und führt selten zu Symptomen. Eine Infektion in der Schwangerschaft kann jedoch zu schwerwiegenden Schäden bei deinem Kind führen. Der Erreger Toxoplasma gondii wird durch rohes bzw. nicht ausreichend erhitztes Fleisch oder Katzenkot übertragen. Nach durchgemachter Infektion besteht Immunität. Der Test wird nur bei begründetem Verdacht von der Krankenkasse übernommen, ansonsten muss er selbst gezahlt werden.

Zytomegalie-Virus-Infektion

Fast die Hälfte der deutschen Frauen im gebärfähigen Alter hat diese Infektion durchgemacht und besitzt Antikörper. Die Krankheit wird über Speichel, Urin und Genitalsekrete übertragen und läuft meist ohne Symptome ab. Hauptansteckungsquelle sind symptomlose Säuglinge/Kleinkinder und längerfristiger Intimkontakt mit einem Zytomegalie-positiven Partner. Eine Erstinfektion in der Schwangerschaft, insbesondere im ersten Schwangerschaftsdrittel, kann zu schweren Schäden des Kindes führen. Durch eine Antikörperbestimmung im Blut kann nachgewiesen werden, ob Immunität besteht oder nicht. Es ist sinnvoll diese Untersuchung in der Frühschwangerschaft bzw. vor einer geplanten Schwangerschaft durchzuführen.

Windpocken (Varizella-Zoster-Virus)

Ca. 3-4 % der Frauen im gebärfähigen Alter haben keine Antikörper gegen das Varizella-Zoster-Virus und somit keinen Immunschutz. Hat eine Schwangere Windpocken, so kann das Virus auf das Ungeborene übertragen werden. In seltenen Fällen (bei ca. 1,2% der erkrankten Schwangeren) kommt es zu schweren Schädigungen. Erkrankt die Schwangere kurz vor der Geburt, besteht die Gefahr, dass sich das Neugeborene nach der Geburt ansteckt. Da eine Windpockeninfektion bei Neugeborenen meist schwer verläuft, ist eine Ansteckung unbedingt zu vermeiden. Das Neugeborene erhält eine passive Impfung mit Antikörpern gegen das Virus. Wenn du nicht sicher weißt, ob du als Kind Windpocken hattest bzw. ob du geimpft bist, wird die Überprüfung des Immunstatus empfohlen.

Ringelröteln (Parvovirus B19)

Schwangere, die diese Infektion bereits durchgemacht haben, sind vor einer Erkrankung geschützt. Bei nicht geschützten Schwangeren (ca. 50%) besteht bei einer Erkrankung die Gefahr, dass sich das Ungeborene infiziert (ca. 20% der Fälle). Während die Erkrankung für Erwachsene und Kleinkinder harmlos ist, stellt sie für das Ungeborene eine große Gefahr dar. Es kann zu Wassereinlagerungen in verschiedenen Organen, zur Hemmung der Blutbildung und zu einer Fehlgeburt kommen. Durch eine Antikörper-Bestimmung im Blut kann festgestellt werden, ob du bereits Ringelröteln hattest und immun bist.

Gruppe-B-Streptokokken (GBS)

B-Streptokokken besiedeln den Genital- und Afterbereich und können von dort in die Gebärmutter aufsteigen, sobald die Fruchtblase geplatzt ist. Bis zu zwei Drittel aller Babys von GBS-positiven Müttern infizieren sich unter der Geburt. 1-2% dieser Kinder bekommen eine sogenannte Sepsis, die lebensbedrohlich für das Neugeborene sein kann.
In der gültigen Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe wird dazu geraten bei allen Schwangeren in der 36. Schwangerschaftswoche einen GBS-Abstrich (Abstrich auf Gruppe-B-Streptokokken) durchzuführen. Da der Test jedoch nicht Teil der Mutterschaftsrichtlinien ist, wird er in der Regel nicht von den Krankenkassen bezahlt. Solltest du GBS-positiv sein, wird dir unter der Geburt ein Antibiotikum verabreicht, sodass sich dein Kind nicht ansteckt. Außerdem werden Kinder von GBS-positiven Müttern nach der Geburt streng überwacht.

nach oben

 

Ultraschalluntersuchungen

In der Schwangerschaft sind drei große Basisultraschalluntersuchungen vorgesehen. Diese freiwilligen Untersuchungen dienen der Überwachung einer normal verlaufenden Schwangerschaft mit dem Ziel Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen, sodass die Sicherheit von Mutter und Kind gewährleistet werden kann. Sollten während dieser Screenings Auffälligkeiten, Komplikationen oder andere Risiken bemerkt werden, kann es zu weiteren Ultraschalluntersuchungen kommen. Die Kosten für außerplanmäßige Untersuchungen aufgrund medizinischer Notwendigkeit werden von der Krankenkasse übernommen. Solltest du dich optional für weitere Screenings entscheiden, musst du die Ausgaben hierfür selbst tragen.

Hier erfährst du, wann die Ultraschalluntersuchungen stattfinden und was genau dabei untersucht wird.

1. Ultraschalluntersuchung (9.-12. Schwangerschaftswoche)

Die erste Basisultraschalluntersuchung findet zwischen der 9. und der 12. Schwangerschaftswoche statt. Bei diesem vaginalen Ultraschall wird die Größe deines Kindes gemessen, um festzustellen, ob es sich zeitgerecht entwickelt. Außerdem können Auffälligkeiten festgestellt werden, und es wird der Herzschlag deines Babys kontrolliert.

Anhand der Scheitel-Steiß-Länge deines Babys wird der Geburtstermin bestimmt. Sollte dieser von dem errechneten Geburtstermin anhand deiner letzten Periode abweichen, wird der errechnete Termin korrigiert.

2. Ultraschalluntersuchung (19. – 22. Schwangerschaftswoche)

Zehn Wochen später findet die zweite Basisultraschalluntersuchung statt. Diese erfolgt in der Regel abdominal, also durch die Bauchdecke hindurch. Dein Arzt kontrolliert dabei den Herzschlag, die Bewegungen, die Entwicklung und die Vitalität deines Babys und überprüft, ob sich seine Organe normal entwickeln. Außerdem beurteilt er die Plazentalokalisation und -struktur (Lokalisation und Struktur des Mutterkuchens) und die Fruchtmassermenge, um sicherzugehen, dass dein Baby auch weiterhin optimal versorgt ist. Häufig ist bereits das Geschlecht erkennbar. Wenn du nicht wissen willst, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird, solltest du dies deinem Arzt vor der Untersuchung mitteilen.

Bei dieser Untersuchung hast du die Möglichkeit eine erweiterte Ultraschalluntersuchung durchführen zu lassen. Dabei werden 
folgende Körperteile genauer untersucht: Gehirn, Hals, Rücken, Brustkorb, Herz, Magen und Harnblase.

3. Ultraschall-Untersuchung (29. – 32. Schwangerschaftswoche)

Die letzte Basisultraschalluntersuchung findet zwischen der 29. und der 32. Schwangerscchaftswoche statt. Abgesehen von der Erweiterung ist sie identisch mit der zweiten Basisultraschalluntersuchung.

nach oben

 

Untersuchung auf Schwangerschaftsdiabetes

Schwangerschaftsdiabetes (med. Gestationsdiabetes) kann zu schweren Komplikationen während der Schwangerschaft und unter der Geburt führen. Mithilfe eines Zuckertests kann die Erkrankung einfach diagnostiziert werden. 2011 wurde das Screening auf Schwangerschaftsdiabetes in die Mutterschaftsrichtlinien aufgenommen. Jeder Schwangeren, die nicht bereits einen manifesten Diabetes hat, wird zwischen der 24. und der 28. Schwangerschaftswoche ein Screening auf Schwangerschaftsdiabetes angeboten. Die Kosten für den Test werden von der Krankenkasse übernommen. Erfahre hier alle Details zum Zuckertest.

Ablauf des Zuckertests

Bei diesem Test musst du ein Glas Wasser mit Zuckerlösung (50 Gramm Traubenzucker/Glukose) trinken. Eine Stunde nach der Einname wird dein Blutzucker bestimmt. Sollte dein Wert über 135mg/dl (7,5 mmol/l) liegen, solltest du zeitnah einen oralen Glukosetoleranztest (oGTT) durchführen lassen. Dieser Folgetest erfolgt nüchtern (mindestens 8 Stunden Nahrungskarenz). Dein Blutzucker wird sowohl vor dem Test als auch eine und zwei Stunden nach dem Test bestimmt. Werden folgende Grenzwerte erreicht bzw. überschritten, liegt ein Schwangerschaftsdiabetes vor:

  • Nüchtern: 92 mg/dl
  • Nach 1 Stunde: 180 mg/dl
  • Nach 2 Stunden: 153 mg/dl

Sollte bei dir ein Schwangerschaftsdiabetes vorliegen, wirst du an einen Diabetologen überwiesen. Dieser klärt dich über die Möglichkeiten zur Risikosenkung durch vermehrte körperliche Betätigung und Umstellung der Ernährung auf. Nur in seltenen fällen ist eine Insulinbehandlung erforderlich.

Risikofaktoren

Es gibt einige Faktoren, die zu einem erhöhten Risiko, an Schwangerschaftsdiabetes zu erkranken, beitragen. Dazu zählen folgende Kriterien:

  • Bei Schwangerschaften in einem Alter über 30 Jahre
  • Übergewicht vor der Schwangerschaft
  • Enorme Gewichtszunahme während der Schwangerschaft
  • Diabetes Mellitus Typ 2 in der Familie
  • Gestationsdiabetes während einer vorherigen Schwangerschaft
  • Bei vorangegangenen Entbindungen mit Babys mit einem Geburtsgewicht >4.500 g
  • Bei mehreren ungeklärten Fehlgeburten
  • Vor der Schwangerschaft bestehende Glukoseintoleranz
  • Wiederholter Nachweis von Zucker im Urin während der Schwangerschaft

Mögliche Folgen

Wird bei einem Schwangerschaftsdiabetes nicht eine strenge Diät eingehalten, besteht ständig ein zu hoher Blutzuckerspiegel. Es besteht also ein permanentes Glukoseüberangebot, welches das Ungeborene durch eine vermehrte Insulinproduktion ausgleicht. Da Insulin das Wachstum fördert, kommt es nicht selten zu einem Geburtsgeweicht über 4.000 Gramm. Besteht ein schlecht eingestellter mütterlicher Diabetes über einen längeren Zeitraum, kommt es zu einer Veränderung der uterinen Gefäße (Blutgefäße, die die Gebärmutter versorgen), sodass das Ungeborene nicht mehr ausreichend versorgt werden kann. Dies kann zu einer starken Unterentwicklung oder zu einer Frühgeburt führen.

Babys diabetischer Mütter leiden nach der Geburt häufig an Unterzucker, da ihre Insulinproduktion zunächst weiterhin hoch ist, während die hohe Glukosezufuhr jedoch wegfällt. Daher sind in den ersten Lebenstagen engmaschige Blutzuckerkontrollen nötig.

Schwangere, die einen Diabetes haben, haben ein erhöhtes Risiko an Bluthochdruck oder Präeklampsie zu erkranken. Sie sind anfälliger für Harnwegsinfekte und Scheidenentzündungen, und die Wahrscheinlichkeit für einen späteren Diabetes Mellitus Typ 2 steigt an.

 

nach oben

Der Mutterpass

Dein Frauenarzt und deine Hebamme tragen alle Untersuchungsergebnisse sowie alle weiteren Daten, die im Zusammenhang mit deiner Schwangerschaft erhoben werden, in deinen Mutterpass ein. Der Mutterpass ist ein mehrseitiges Dokument in Heftform, welches du in der Regel bei deinem zweiten Vorsorgetermin ausgehändigt bekommst. Er kann sowohl von deinem Frauenarzt als auch von deiner Hebamme ausgestellt werden. Du solltest deinen Mutterpass immer bei dir tragen, zu allen Untersuchungen mitbringen und nach der Geburt aufbewahren.

Geburtsvorbereitung

GeburtsvorbereitungDer kompakte Online Geburtsvorbereitungskurs mit zertifizierter Hebamme. Bereitet die Geburt jetzt gemütlich von zu Hause aus vor. mehr Infos

 

Schwanger & Yoga

SchwangerschaftsyogaBleibt fit und entspannt in der Schwangerschaft. Jetzt zum Yogakurs speziell für Schwangere anmelden. mehr Infos

 

Rückbildungskurs

Rückbildungskurs

Gemütlich daheim und in entspannter Atmosphäre mit Deiner Personal-Trainerin Katja.
Kompletter Kurs aufgeteilt in Schwangerschaft, Geburt und Mutter-Kind-Zeit
Jederzeit abrufbar und pausierbar. mehr Infos