Was gefährdet deine Schwangerschaft?

Glücklicherweise gibt es diverse Mechanismen in deinem Körper, die dein Kind vor negativen Einflüssen schützen. Eine Davon ist die sogenannte Plazentaschranke. Dabei handelt es sich um eine Filtermembran, die den mütterlichen von dem kindlichen Blutkreislauf trennt. Aufgabe der Plazentaschranke ist es nur bestimmte Stoffe passieren zu lassen. Über verschiedene Mechanismen gelangen Sauerstoff, Wasser, Vitamine, Glukose, Proteine, Fette und bestimmte Antikörper, welche in den ersten Monaten nach der Geburt für den Nestschutz verantwortlich sind, zu deinem Baby. Leider gelangen auch unerwünschte Stoffe über die Plazenta (Mutterkuchen) in den kindlichen Blutkreislauf. Diese können deinem Baby schaden. Hier erfährst du, welche Substanzen das sind und was deinem Kind außerdem noch schaden kann.

 

 

Rauchen

Zigaretten enthalten nicht nur Nikotin, Teer, Arsen, Aceton, Zusatz- und Geschmacksstoffe, sondern etwa 4.000 weitere Substanzen, von denen mindestens 40 krebserregend und 200 giftig sind. Diese Stoffe werden nicht von der Plazentaschranke aufgehalten, sondern gelangen direkt in den kindlichen Blutkreislauf und schaden deinem Baby extrem. Dabei ist es unerheblich, ob du aktiv oder nur passiv rauchst.

Das Nervengift Nikotin bewirkt eine verringerte Durchblutung der Plazenta und führt so zu einer Unterversorgung deines Babys mit Sauerstoff und Nährstoffen. Die Folgen sind unter anderem ein zu niedriges Geburtsgewicht und ein erhöhtes Risiko für den plötzlichen Kindstod (SID). Babys, die bei der Geburt zu leicht sind, müssen dieses Defizit mit einer raschen Gewichtszunahme in den ersten Wochen nach der Geburt ausgleichen. Als Erwachsene leiden diese Menschen häufig an Übergewicht. Die Hälfte der Todesfälle durch den plötzlichen Kindstod, werden dem Passivrauchen zugeschrieben. Bei starken Raucherinnen erhöht sich das Risiko um das Siebenfache.

Aber dies sind nicht die einzigen Risiken. Es kann Fehlbildungen und zu starken Entwicklungsschädigungen kommen, die sich teilweise erst später im Leben bemerkbar machen. So ist das Risiko für Fehlbildungen der Hände und Füße, des Magen-Darm-Traktes und des Schädels jeweils um 25 bis 33 % erhöht. Im Schulalter zeigen sich häufig eine starke Hyperaktivität sowie Lernschwierigkeiten und andere Verhaltensauffälligkeiten. Außerdem ist das Risiko für eine Früh- oder Fehlgeburt sowie für Herzkrankheiten und Gehirntumore stark erhöht.

Solltest du es bisher nicht geschafft haben mit dem Rauchen aufzuhören, solltest du dies spätestens jetzt in Angriff nehmen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat zu diesem Thema einen Ratgeber herausgegeben. In diesem erhälst du nicht nur eine umfassende Aufklärung, sondern du erfährst auch, wo du entsprechende Hilfe bekommst.

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Alkohol

Ähnlich wie mit dem Rauchen, verhält es sich mit dem Konsum von Alkohol. Alkohol ist ein stark toxischer Stoff, der über den Mutterkuchen in den kindlichen Blutkreislauf gelangt, und den das Ungeborne nur sehr schlecht abbauen kann. Er beeinflusst bereits in geringen Mengen die Zellteilung. Abhängig davon in welchem Reifestadium sich das Ungeborene befindet, kommt es zu unterschiedlichen Schädigungen.

In der Frühschwangerschaft hat Alkohol einen starken Einfluss auf die körperliche Entwicklung. Es kommt zu Organschädigungen, Wachstumsstörungen und typischen Gesichtsfehlbildungen mit breitem Nasenrücken und großem Augenabstand.

Im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel, wenn die Organbildung bereits abgeschlossen ist, bewirkt Alkohol eine starke Schädigung des zentralen Nervensystems, was sich in kognitiven und verhaltensbezogenen Störungen äußert. Außerdem kann es zu Begleiterscheinungen wie Vitaminmangel oder Leberschäden kommen, die Wahrscheinlichkeit für ein niedriges Geburtsgewicht und das Risiko für eine Fehl- oder Totgeburt sind stark erhöht.

Dabei führt nicht nur regelmäßiger, starker Alkoholkonsum zu schwerwiegenden und dauerhaften Schädigungen, auch der Konsum von geringen Mengen Alkohol oder gelegentlich exzessiver Alkoholkonsum kann zu körperlichen, geistigen, sozialen und emotionalen Störungen mit unterschiedlicher Ausprägung führen. Daher gilt: Es darf zu keinem Zeitpunkt in der Schwangerschaft Alkohol getrunken werden, auch nicht in geringen Mengen!

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Fliegen

Im Flugzeug ist man einer erhöhten Strahlung ausgesetzt, da die kosmische Strahlung in der Atmosphäre höher als auf dem Erdboden ist. Bei Langstreckenflügen geht man davon aus, dass die zusätzliche Strahlenbelastung bei 100 Mikrosievert (μSv) liegt. Für Schwangere bzw. Ungeborene gilt ein Grenzwert von 1000 Mikrosievert. Prinzipiell ist Fliegen, was die Strahlung angeht, also unbedenklich.

Wann Fliegen in der Schwangerschaft unbedenklich ist

Obwohl Studien belegen, dass Fliegen in der Frühschwangerschaft keinen Einfluss auf das Ungeborene hat, raten manche Frauenärzte dennoch davon ab. Ihr Argument: In der Frühschwangerschaft ist das Risiko für eine Fehlgeburt am höchsten. Daher sollten in dieser Zeit sämtliche Dinge, die das Risiko erhöhen könnten, vermieden werden. Die meisten Gynäkologen finden diesen Ansatz übertrieben und raten nicht von einem Flug in der Frühschwangerschaft ab, vorausgesetzt es bestehen keine Risiken.

Wenn deine Schwangerschaft ohne Komplikationen verläuft, ist ein Flug im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel unbedenklich. Die meisten Fluggesellschaften transportieren Schwangere bis zum Ende der 36. Schwangerschaftswoche (bis 4 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin). Allerdings verlangen sie eine Bestätigung von einem Gynäkologen, dass die Schwangerschaft unkompliziert verläuft, und eine Flugreise unbedenklich ist. Auf dieser Bestätigung muss auch der errechnete Geburtstermin vermerkt sein. Erkundige dich vor einer Flugreise bei der Fluggesellschaft ab welcher Schwangerschaftswoche eine solche Bestätigung erforderlich ist.

Wann Fliegen in der Schwangerschaft eine Gefahr darstellt

Bei bestimmten Komplikationen wird von Flugreisen abgeraten.
Dies betrifft…

  • Schwangere, die in der Vergangenheit mehrere Fehl- oder Frühgeburten hatten, oder die zu vorzeitiger Wehentätigkeit neigen.
  • Schwangere, die unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden, da es bedingt durch die geringe Luftfeuchtigkeit und den geringen Luftdruck zu einem Blutdruckanstieg, Herzrasen und einer verminderten Lungenfunktion kommen kann.
  • Schwangere, die starke Flugangst haben, da bei Angstzuständen bestimmte Neurotransmitter ausgeschüttet werden, die zu einer Verengung der Blutgefäße der Gebärmutter und des Mutterkuchens führen. Dadurch kann es zu einer verminderten Sauerstoffversorgung des Ungeborenen kommen.
  • Schwangere, die eine ausgeprägte Anämie oder Sichelzellanämie, einen schwangerschaftsbedingtem Bluthochdruck oder einen schlecht eingestellten Diabetes haben.
  • Schwangere, die folgende Komplikationen haben sollten auf gar keinen Fall fliegen: massive Zervixinsuffizienz, instabiler Schwangerschaftsbluthochdruck und vaginale Blutungen bei Placenta praevia.

Erhöhtes Thromboserisiko in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft besteht ohnehin eine erhöhte Gerinnungsbereitschaft des Blutes um einem großen Blutverlust unter bzw. nach der Geburt vorzubeugen. Diese Tatsache in Kombination mit der geringen Luftfeuchtigkeit sowie der Immobilität bei Langstreckenflügen erhöhen das Risiko für die Entstehung einer Thrombose. Um einer Thrombose vorzubeugen solltest du daher bei Flugreisen Kompressionsstrümpfe nach Maß tragen, reichlich Flüssigkeit zu dir nehmen und möglichst viel deine Beine und Füße bewegen.

Checkliste für Flugreisen

  • Trage deinen Mutterpass bei dir!
  • Beachte die Beförderungsbedingungen der Fluggesellschaft!
  • Beachte die Einreisebedingungen!
  • Trage während des Fluges Kompressionsstrümpfe, nimm reichlich Flüssigkeit zu dir und achte auf ausreichende Bewegung deiner Beine und Füße!

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Rhesusfaktor

Der Rhesusfaktor, auch Faktor D genannt, ist eine Blutgruppeneigenschaft. Er befindet sich bei 86% der weißen Bevölkerung auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen. Diese Personen werden als rhesuspositiv bezeichnet. Lediglich 14% besitzen keinen Faktor D und werden als rhesusnegativ bezeichnet.

Problematik bei rhesusnegativen Müttern

Ein positiver Rhesusfaktor hat keine Relevanz für eine bestehende Schwangerschaft. Problematisch wird es nur, wenn die Mutter rhesusnegativ und das Baby rhesuspositiv ist. Denn gelangt rhesuspositives Blut des Ungeborenen in den Blutkreislauf einer rhesusnegativen Schwangeren, so bildet diese Antikörper gegen den Faktor D. Dies kann zum Beispiel bei einer Amniozentese oder unter der Geburt der Fall sein. Für die bestehende Schwangerschaft hat dies kaum Relevanz. Sollte die Schwangere jedoch erneut mit einem rhesuspositiven Kind schwanger sein, gelangen die in der letzten Schwangerschaft gebildeten Antikörper über die Plazenta in den kindlichen Blutkreislauf und zerstören dort die roten Blutkörperchen, auf denen der Faktor D sitzt. Das Ungeborene entwickelt bereits im Mutterleib eine erhebliche Blutarmut, die zu einer Sauerstoffunterversorgung des gesamten Organismus mit Herzinsuffizienz und Wassereinlagerung im gesamten Körper (Hydrops fetalis) führt. Man spricht von einem Morbus haemolyticus fetalis. Nach der Geburt leidet das Neugeborene an einer vorzeitigen, besonders starken Neugeborenengelbsucht. Man spricht jetzt von einem Morbus haemolyticus neonatorum.

Diagnostik

In der Schwangerschaft
Im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge wird sowohl zu Beginn der Schwangerschaft, als auch zwischen der 24. und der 27. Schwangerschaftswoche ein Antikörpersuchtest durchgeführt. Hat eine rhesusnegative Schwangere bereits Antikörper entwickelt, so fällt dieser Test positiv aus. Außerdem kann die Entstehung eines Hydrops fetalis (Wassereinlagerung im gesamten Körper) per Ultraschall diagnostiziert werden.

Nach der Geburt
Bei rhesusnegativen Müttern wird nach der Geburt Blut aus der Nabelschnur entnommen und ein sogenannter Coombstest durchgeführt, mit dem Antikörper nachgewiesen werden können. Bei Verdacht auf einen Morbus haemolyticus neonatorum wird außerdem der Bilirubinwert und verschiedene Hämolyseparameter bestimmt.

Behandlung

Wird der Morbus haemolyticus fetalis frühzeitig erkannt, kann er bereits im Mutterleib durch eine Bluttransfusion behandelt werden. Nach der Geburt benötigt das Neugeborene eine Phototherapie und manchmal sogar eine Austauschtransfusion.

Prophylaxe

Um einer solchen Rhesusinkompatibilität vorzubeugen, erhält jede rhesusnegative Schwangere zwischen der 28. und der 30. Schwangerschaftswoche eine Anti-D-Prophylaxe. Stellt sich nach der Geburt raus, dass das Baby rhesuspositiv ist, erhält sie diese ein weiteres Mal. Außerdem erhalten Schwangere, die rhesusnegativ sind, innerhalb von 72 Stunden nach einem möglichen Kontakt mit kindlichem Blut (nach einer Amniozentese, nach einem Unfall, etc.) ebenfalls prophylaktisch eine Anti-D-Gabe.

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